Inzwischen habe ich die Hoffnung aufgegeben, Politikern oder Kollegen die Welt das Internet die Welt zu erklären. Aus unzähligen Gesprächen, Mails und Chats habe ich jetzt immerhin mitgenommen, dass ich wohl leider auch irgendwann verbohrt und meine Umwelt einseitig betrachtend enden werde — das, so scheint es, bringt das Alter mit sich. So war jedenfalls meine Befürchtung bis vor ein paar Monaten.
Aber: Einige meiner Kollegen — der Teil, der sich am beharrlichsten weigert, auch nur ansatzweise mal zu versuchen, die Welt zu verstehen — sind entweder in meinem Alter oder jünger. Es ist also noch schlimmer, als gedacht.
Bleibt also nur, die Hoffnung auf die nachwachsenden Generationen zu setzen. Dass diese das Netz und mit ihm die Welt versteht, sehe ich jeden Tag. Was mir jetzt noch fehlt, ist, dass diese Generation aufsteht und sich einen Platz in dieser Welt erkämpft.
Die meisten meiner Schüler interessieren sich nicht für Politik oder größere gesellschaftliche Zusammenhänge — was ich ihnen zwar nicht verübel, ich war in dem Alter ja nicht anders — aber was diese Generation gerade verpasst, ist ihr Platz in der Welt.
Lasst ihn euch doch bitte nicht so einfach, dummdreist und widerspruchslos nehmen. Von Eltern, Lehrern und Regierungen.
Geht hin und erklärt euren Eltern die Welt. Erklärt ihnen, was ihr im Netz macht, wie ihr das Netz benutzt und welchen Stellenwert es in eurem Leben, eurer Kommunikation hat. Ihr könnt dafür auf Falscher Planet, falsches Jahrtausend zurückgreifen; der Text ist, glaube ich, elternkompatibel.
Warum ausgerechnet den Eltern? Weil es bei der Mehrheit der Lehrer und Politiker nicht mehr funktionieren wird. Das merke ich tagtäglich, aber eure Eltern haben mehr Interesse an eurem Leben, vielleicht hören die euch zu.

Ich bin 19 Jahre alt und hab ziemlich viel mit dem Internet zutun (siehe dazu auch meine Webseite).
Wenn ich meiner Mutter versuche zu erklären, was Blogs oder Newsportale für interessante Informationen bereit stellen, weiß sie eher nicht wovon ich rede. Wenn ich es ihr dann erkläre, versteht sie es nicht wirklich.
Ich denke, ein Problem ist, dass diese Generation einfach nicht mit dem Internet aufgewachsen ist und es nur in geringfügigem Maße nutzt.
Traurig … eigentlich müssten es die Eltern sein, die ihren Kindern Medienkompetenzen mitgeben und nicht umgekehrt.
Auf der anderen Seite muss man sich fragen, in welchem medialen Kontext (außerhalb der Bloggerszene) man „älteren“ Genrationen Medienkompetenzen vermitteln kann. Außer von Seiten der eigenen Kinder.
@Luise: Da gibt es Tausend Möglichkeiten. Ein Beispiel: ich habe es täglich mit Leuten zu tun, die zwar ein Verständnis von empirischer Forschung haben, aber Computerspielen per se jeden möglichen positiven Aspekt absprechen, egal was welche Studie sagt. Die glauben schlicht, dass alle Computerspiele de facto, immer und überall schädlich sind. Nicht selten glauben die auch, dass wir im Kopf bekloppt werden, wenn wir Chatten, weil wir dabei vom Computer zeitlich, emotional und menschlich aufgefressen werden.
[...] http://cchristoph.wordpress.com/2009/06/24/schuler-helft-euren-eltern/ [...]
[...] CChristoph – Schüler, helft euren Eltern [...]
auch wenn die eltern meist dann doch nicht verstehen was man da genau macht, sollte man ihnen das ding mit der internetzensur und anderen tiefgreifenden poltischen entscheidungen erklären. das verstehen die meisten dann wieder ganz gut.